Gemeinsam besser: Kollaboratives Arbeiten in der Technischen Redaktion
Viele Köche – Brei oder Sterneküche?
Doch was bedeutet diese Entwicklung konkret für den Redaktionsalltag?
Viele Redaktionen kennen die typischen Herausforderungen internationaler Zusammenarbeit nur zu gut:
- verschiedene Arbeitsstile und Erwartungen
- unzulängliche Kommunikation und Missverständnisse
- (virtuelle) Zusammenarbeit über Zeitzonen und Toollandschaften hinweg
- organisatorische und länderübergreifende Hürden
Die praktischen Auswirkungen zeigen sich an allen Ecken und Enden:
- Unterschiedliche Dokumentationsstandards und Ergebnisse, wobei Englisch als universelle Ausgangssprache längst nicht alle Probleme löst.
- Verzögerungen durch Zeitunterschiede sowie erhöhter Koordinationsaufwand für Freigaben und Reviews.
- Qualitätsverluste oder Mehraufwand, die dadurch entstehen, weil es schlicht und ergreifend „menschelt“.
Ob die Rahmenbedingungen zu Reibungsverlusten oder zu Zusammenarbeit führen, liegt letztlich am Team und an der Organisationskultur. Entsteht Konkurrenz mit einem Win-Lose-Denken? Oder gelingt Kollaboration im Sinne eines Win-Win-Ansatzes?
Das große Potenzial internationaler Redaktionsteams
Trotz – oder gerade wegen – dieser Herausforderungen liegt in länderübergreifenden Teams wertvolles Potenzial. Richtig organisiert, können sie die Qualität der Technischen Dokumentation steigern:
- Bessere Anpassungsfähigkeit an Märkte und Kundenbedürfnisse durch „Lokalwissen“
- „Weisheit der Vielen“: unterschiedliche Perspektiven führen zu innovativen Lösungen
- Breit aufgestellte Sprach- und Fachressourcen
- Modernes Arbeiten mit CCMS-, Kollaborations- und Review-Tools
Internationale Teams können Wissen besser aufbereiten und Inhalte nachhaltiger wiederverwenden – vorausgesetzt, die Zusammenarbeit ist klar strukturiert.
Standardisierung ja – aber nicht um jeden Preis
Ein wichtiger Schritt ist es, Gemeinsamkeiten zu identifizieren, Standards zu definieren und nach Einheitlichkeit und Konsistenz zu streben. Einheitliche Terminologie, klare Rollen, definierte Prozesse und passende Tools sind eine wichtige Grundlage für die gewinnbringende Zusammenarbeit.
Doch mindestens ebenso wichtig ist etwas anderes: der Mut zur Individualität!
Unterschiede zwischen Teams, Kulturen und Arbeitsweisen sollten nicht unter den Teppich gekehrt werden. Im Gegenteil: Sie sollten sichtbar gemacht, verstanden und bewusst berücksichtigt werden. Denn nicht jede bewährte Praxis passt zu jedem Standort oder jeder Unternehmenskultur.
Im Sinne der benutzerzentrierten Dokumentation lassen sich auch die Zielgruppen nicht über einen Kamm scheren. Nutzerinnen und Nutzer in unterschiedlichen Ländern, Märkten oder Rollen haben verschiedene Erwartungen, Vorkenntnisse und Nutzungskontexte, die heute mehr und schneller denn je erfüllt werden wollen.
Dementsprechend ist es ebenso wichtig, notwendige Abweichungen und Unterschiede aufzuzeigen und entsprechend umzusetzen.
Organisation entscheidet über Qualität
Unterschiedliche Kulturen, Tools und Arbeitsweisen treffen in internationalen Projekten auf ein gemeinsames Ziel. Ob daraus Qualität entsteht, hängt maßgeblich von Organisation, Prozessen und Kommunikation ab.
Unser Fazit
Zunehmend erreichen uns Anfragen zur Beratung rund um kollaboratives Arbeiten in der Technischen Redaktion. Unsere Erfahrung zeigt klar: Es gibt keine Lösung von der Stange. Erfolgreiche Zusammenarbeit entsteht dort, wo Standardisierung sinnvoll eingesetzt wird und gleichzeitig individuelle Lösungen entwickelt werden, die Technische Redakteure unterstützen.
Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit unseren Experten: kontakt[at]text-it.at