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Praxisbericht Untertitelung

Ein kurzer Einblick in den Praxisalltag der Untertitelung beim Community TV-Sender OKTO.

Im Zuge meines Translationstudiums an der Universität Wien bot sich mir die Gelegenheit ein Untertitelungspraktikum beim österreichischen Community TV-Sender OKTO absolvieren zu dürfen.

Über OKTO

OKTO wurde 2005 gegründet und finanziert sich aus Subventionen der Stadt Wien sowie aus Mitteln des "Fonds zur Förderung des nichtkommerziellen Rundfunks" der Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH).

Der Sender versteht sein Programmangebot als Ergänzung zum öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Fernsehen und bietet im Zuge dessen sowohl Privatpersonen als auch Initiativen oder Vereinen, die mit ihren Anliegen und Themen eine qualifizierte mediale Öffentlichkeit erreichen möchten, die Möglichkeit das TV-Programm nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Hierbei vermittelt OKTO das entsprechende Know-how und stellt die technische Infrastruktur (Kameras, Schnittplätze, TV-Studio) sowie die Programmplätze kostenlos zur Verfügung.

Untertiteln bei OKTO

Bei der Untertitelung seiner oft fremdsprachig gehaltenen Sendungen greift OKTO auf die Untertitelungssoftware Annotation Edit Version 1.9.59.5 zurück.

Bei der Auswahl der Untertitelungssoftware waren die wichtigsten Kriterien eine zuverlässige, leicht zu bedienende und bezahlbare Software zu finden. Annotation Edit ist derzeit für 245 € erhältlich.

Die Stilvorgaben von OKTO sind bereits in die Einstellungen der Software eingetragen worden, wodurch eine langwierige Korrekturphase für die Untertitler entfällt.

Neben den offensichtlichen Einstellungen, wie Positionierung oder Schriftfärbung, gibt es weitere Aspekte, welche die Arbeit des Untertitlers/Übersetzers um ein Vielfaches beschleunigen und Flüchtigkeitsfehlern vorbeugen. Dazu gehören Mindest- und Maximal- Einblendlänge der Untertitel, Mindestabstand zwischen Untertiteln oder auch die maximale Zeichenzahl abhängend von der Länge des Untertitels (siehe Abb. 1 und Abb. 2 ).

Neben dem immer wichtiger werdenden Faktor Zeit, kann somit auch eine gleichbleibende Qualität des äußeren Stils der Untertitel gewährleistet werden. Annotation Edit weist den Übersetzer/Untertitler durch farbliche Untermalung (siehe Abb. 3 und Abb. 4) auf zu lange Textpassagen oder eine zu hohe Zeichenzahl hin, welche die Lesefreundlichkeit der Untertitel negativ beeinflussen können. Je nach Überschreitung der vorgegebenen Textlänge wechselt die Farbe von Schwarz (Textlänge OK) über blau, orange, lila und rot (Text zu lang).

Auch die Mindest- und Maximal- Einblendzeit der Untertitel kann individuell eingestellt werden. Dies vermeidet eine Irritation des Zuschauers. Zu kurz aufscheinende Untertitel könnten vom Zuschauer verpasst und zu lang eingeblendete Untertitel doppelt gelesen werden. Der Lesefluss würde somit unregelmäßig und der Zuschauer irritiert werden.

Einige für Übersetzer praktische Funktionen sind beispielsweise die Möglichkeit, langsam vorzuspulen und somit auch undeutlich ausgesprochene Worte verstehen zu können. Außerdem kann die Videodatei durch das "Quick spotting" automatisch in Sprechbereiche eingeteilt werden. Meist müssen diese zwar an eine angemessene Untertitellänge angepasst werden, jedoch ist dies schneller getan als jeden Abschnitt per Hand zu markieren. Als einzigen Nachteil kann man hierbei nur den Umstand nennen, dass auch Hintergrundmusik als ein großer kontinuierlicher Sprechbereich angezeigt wird und man diesen in die entsprechenden Abschnitte auftrennen muss.

Stand: 2015